Die geheimen Berichte der "Zentralen Auswertungs- und Informationsgruppe" (ZAIG) des Ministeriums für Staatssicherheit an die Partei- und Staatsführung der DDR sind eine zeitgeschichtliche Quelle von hohem Wert.

Sie wurden von 1953 bis 1989 angefertigt und offenbaren den spezifischen Blick der Stasi auf die DDR: Informationen über Wirtschaft und Versorgung sind dort ebenso zu finden wie Hinweise auf vermeintlich oppositionelles Verhalten sowie Statistiken zum Devisenumtausch oder zu Flucht und Ausreise.

Die Stasi-Berichte des Jahrgangs 1989 lesen sich wie eine Chronik der Revolution: lokale Konflikte um Umweltfragen und Wahlfälschungen, Parteigründungen und Massenfluchten – schließlich Großdemonstrationen und die Besetzung der Stasi. Die kommentierte Edition illustriert die Rasanz des politischen Umbruchs in der DDR. Sie zeigt den Kontrollverlust einer gelähmten Elite und das neue Selbstbewusstsein einer Bürgerschaft, die sich engagiert, organisiert und am Ende die politische Führung übernimmt.

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