Die geheimen Berichte der "Zentralen Auswertungs- und Informationsgruppe" (ZAIG) des Ministeriums für Staatssicherheit an die Partei- und Staatsführung der DDR sind eine zeitgeschichtliche Quelle von hohem Wert.

Sie wurden von 1953 bis 1989 angefertigt und offenbaren den spezifischen Blick der Stasi auf die DDR: Informationen über Wirtschaft und Versorgung sind dort ebenso zu finden wie Hinweise auf vermeintlich oppositionelles Verhalten sowie Statistiken zum Devisenumtausch oder zu Flucht und Ausreise.

Die Berichte des Ministeriums für Staatssicherheit beleuchten zentrale Vorgänge des Jahres 1968: Während das SED-Regime daran geht, dem Land eine neue, »sozialistische« Verfassung zu geben, muss das Sicherheitsministerium sich nicht nur mit Widerständen gegen die darin verankerte Beseitigung der bürgerlich-demokratischen Hülle beschäftigen, sondern auch mit ausländischen Einflüssen wie den Studentenunruhen in Warschau, Prag und Westberlin und dem Widerspruch gegen die Besetzung der CSSR im eigenen Land. Der Band zeigt die intensive Suche des MfS nach den Ursachen des Protests.

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